Ein Demchog-Chakrasamvara-Heruka-Tempel des 15. Jahrhunderts im westtibetischen ... und Ikonographie der Wandmalereien
Dieses Buch beschreibt einen kleinen, farbig ausgemalten buddhistischen Tempel in West-Tibet. Er wird Mandala-Tempel, tibetisch Demchog Lhakhang genannt. Er steht auf dem schmalen Berg-Plateau der seit vielen hundert Jahren verlasse-nen Stadt Tsaparang, die damals Hauptstadt des westtibetischen Guge-Reichs war. Dieser Tempel dürfte um das Jahr 1400 von Guges König Lozang Raptän innerhalb seiner Burgresidenz errichtet worden sein. Das tibetische Geschichts-werk Vaidurya serpo („Der gelbe Beryll“) aus dem Jahr 1685 erwähnt andere Klosterbauten von Tsaparang, aber es enthält keinen Hinweis auf diesen außer-gewöhnlichen königlichen Tempel ganz oben auf dem schmalen Bergplateau. - Der Demchog Lhakhang ist ein Ort von außergewöhnlicher Intensität und Bedeu-tung. Er stellt nicht nur einen künstlerischen Höhepunkt des Guge-Reiches dar, sondern ist auch ein einzigartiger Ausdruck des tibetisch-tantrischen Stils. Sein ikonographischer Reichtum und seine tiefgreifenden meditativen Transformatio-nen im Rahmen des Chakrasamvara-Tantra machen ihn zu einem herausragenden Beispiel spiritueller und künstlerischer Synthese.